Demokratische Führung

von Andreas Zeuch


In Zeiten zunehmender Komplexität und Dynamik reagieren viele Organisationen mit agilen Methoden und/oder Hierarchieabbau auf diese Herausforderungen. Wir sind davon überzeugt, dass es einerseits mehr braucht, als ein paar Methoden zu erlernen und zu “implementieren”. Denn unsere eigene Studie “Unternehmensdemokratie zwischen Wunsch und Wirklichkeit” mit 175 Organisationen hat unter anderem gezeigt, dass die mit Abstand meisten Organisationen kein gemeinsam geteiltes Verständnis von Führung haben (43%). Deshalb kamen wir auf die Idee, genau dort anzusetzen: Was heißt eigentlich Führung in Zeiten von “VUCA”, wenn die Welt volatil ist, unsicher, komplex und vieldeutig?

Andererseits muss nicht gleich an der Hierarchie gearbeitet werden, um diese aktuellen Herausforderungen zu meistern. Es braucht nicht gleich ein neues Organisationsmodell wie Soziokratie oder Holacracy. Das alles sind weitreichende Organisationsentwicklungen, die nicht zu unterschätzende Risiken mit sich bringen. Insofern gehen wir, basierend auf den Studienergebnissen, davon aus, dass schon viel erreicht werden kann, wenn erst einmal ein gemeinsames Bild und Verständnis von Führung erarbeitet wird. Auf dieser Grundlage kann dann später solide mit einer weiterreichenden Organisationsentwicklung aufgebaut werden, sofern das gewünscht ist.

In diesem Zusammenhang  gibt es verschiedene Führungsmodelle wie transaktionale oder transformationale Führung, situative Führung und dergleichen mehr. Als unternehmensdemokraten stehen wir für ein demokratisches Führungsverständnis und bieten dazu eine Qualifizierung und Entwicklung unter dem Titel “Demokratische Führung” an.

Im Kern geht es dabei um ein partizipatives und ko-kreatives Führungsmodell, dass unsere allgemeine gesellschaftliche demokratische Verfassung spiegelt. Denn wir sind der Auffassung: Wir sollten nicht in einer “halbierten Demokratie” leben, sprich: Wenn unsere Gesellschaft demokratisch verfasst ist und wir diese Demokratie bei allem, was verbesserungswürdig ist, schätzen, dann sollten wir dafür sorgen, dass wir in unseren Arbeitsverhältnissen nicht in mehr oder minder demokratiefreien Zonen arbeiten. Dazu haben wir unser Verständnis von demokratischer Führung in einem Blogbeitrag kurz skizziert.

Die Demokratische Führung umfasst dabei 9 Bausteine:

  1. Menschenbild (Alternative zum homo oecnomicus)
  2. Einordnung der Organisation in die Gesellschaft als Ganzes
  3. Anerkennung und Umsetzung der Grundrechte (z.B. Freie Meinungsäußerung, GG Art. 5, Abs. 1)
  4. Partizipative Reduktion formal-fixierter Hierarchie aufs Nötige 
  5. Subsidiarität: Entscheidungen dort treffen wo sie anfallen
  6. Entscheidungen über den Gebrauch des Mehrwerts
  7. Demokratische Problemdefinition
  8. Je komplexer die Entscheidung, desto mehr Teilhabe
  9. Führung dynamisieren: Pendeln ohne Dünkel

Die Demokratische Führung bieten wir sowohl offen für Teilnehmer:innen verschiedener Organisationen an, wie auch inhouse für einzelne Organisationen. Weitere Infos: kontakt@unternehmensdemokraten.de

Gründer & Partner der unternehmensdemokraten in Berlin: Beratung, Training, Coaching. Wir begleiten Menschen & Organisationen auf dem Weg zu mehr & besserer Partizipation.

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